Friedensfestival Iserlohn

Am 9. Juli 2017 beschloss ich spontan, Werbung für mein Projekt zu machen. Und zwar auf dem Friedensfestival in Iserlohn. Mit Flyern, einer Luftmatratze und Keksen.

Genau genommen kam mir die Idee bereits am Samstag, dem 8. Juli, als ich auf dem Friedensfestival als Besucher unterwegs war. Die Stimmung, die Musik, die bunten Info- und Essenstände (v.a. die Essenstände) gefielen mir so gut, dass ich beschloss, ein Teil davon zu werden. Dumm nur, wenn man vorher keinen Stand angemeldet hat…


Die meisten Aussteller vor Ort hatten ihren Standplatz vermutlich – im Gegensatz zu mir – direkt mit Ablauf des letzten Friedensfestivals erneut gebucht. So wie es organisierte und strukturierte Menschen nun mal tun. In meiner Welt läuft das jedoch alles etwas20170810_Friedensfestival_IS_Plakat anders… Von der verpatzten Anmelde-Deadline und den aller Wahrscheinlichkeit nach eh nicht mehr verfügbaren Plätzen ließ ich mich jedoch nicht entmutigen. Bereits am Samstag, als ich meine Runden drehte, war mir ein schönes Stück Rasen aufgefallen: Direkt gegenüber der anderen Stände und eingerahmt von Bierbänken, die als Rastplatz für die Besucher fungierten. Noch dazu stand dort ein großer, schattenspendender Sonnenschirm. Das war nicht nur mehr, als manch anderer hatte, sondern für mich, als Ginger, quasi UNVERZICHTBAR, da ich andernfalls nach ca. 5 min. direkter Sonneneinstrahlung in Flammen aufgegangen wäre. Und dann hätte ich keine Kekse mehr verteilen können.


Den perfekten Platz hatte ich also schon ins Auge gefasst. Was jetzt noch fehlte, war ein Plan. Was will ich genau machen? Wie stelle ich mir den Tag vor? Womit ziehe ich die Aufmerksamkeit der Besucher auf mich?


Aus Mangel an Klapptisch und Klappstuhl (und auch, weil ich ja offiziell keinen „Stand“ angemeldet hatte) war die erste Komponente meines Plans die Luftmatratze. Die sollte ich problemlos aufpumpen können, dachte ich, schließlich ist sie ja auch semantisch weit vom Wort „Stand“ entfernt, da ich entweder drauf sitzen oder liegen würde… dürfte also alles legal sein. Die zweite Komponente musste nun was Essbares sein: KEKSE. Jeder mag Kekse. Vor allem, wenn sie kostenlos sind.

Friedensfestival Iserlohn 2017 Klima-Kekse

Als durch das Studium der „Angewandten Sprachwissenschaften“ geschädigte Person, leide ich seit geraumer Zeit an einer Vorliebe für Alliterationen. Leider sind die nicht jedermanns Sache… Nach Bekräftigung meiner Mitmenschen schüttelte ich letzte Zweifel und Befürchtungen à la Ich-mach-mich-damit-doch-lächerlich jedoch erfolgreich ab und kritzelte  wenig später enthusiastisch „Kostenlose knusprige Klima-Kekse“ auf ein Stück Papier.


Der fertige Plan sah also so aus:

Vorbeigehende Leute…

  • sehen entweder als Erstes meine schmackhaften gold-braunen Kekse und hätten gerne welche ODER
  • studieren die vor mir ausgebreiteten Zettel und fragen sich was zur Hölle Klima-Kekse sein sollen (ist auch genau so passiert) ODER
  • sehen meine Luftmatratze, mein ausgebreitetes buntes Tuch, mich im Schneidersitz drauf sitzend, und können nicht anders als sich zu fragen, aus welcher Wunderlampe ich wohl gekrochen bin und ob sie nun 3 Wünsche frei hätten.

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Taube mit Boxhandschuhen. Logo des Festivals.

Ich musste auch tatsächlich gar nicht so viel machen, wie andere Menschen mit professionellen Informationsständen. Die meisten Menschen gingen ohnehin schon in Slow-Motion vorbei, um mein buntes Setting verarbeiten zu können, sodass ich die Schüchternen unter ihnen, die vielleicht weitergegangen wären, mit einem freundlichen „Keks für unterwegs? Ist kostenlos!“ für mich gewinnen konnte.

Friedensfestival Iserlohn 2017 Klima-Kekse

Da ich meine Luftmatratze bzw. meine Aktion nicht offiziell angemeldet hatte, nahm ich auch kein Geld für die Kekse. Das durfte und wollte ich auch gar nicht. Und überhaupt: Wie bestimmt man bitte einen angemessenen Preis für hauchdünne, verschieden große und unterschiedlich stark gebräunte Kekse? Eben. Am Besten gar nicht. Stattdessen hab ich den Leuten einfach ein bisschen von meiner Motivation, meinem Projekt und meinem Verein (Ecoselva e.V.) erzählt. Manche hörten ewig zu, stellten Fragen, erzählten von ähnlichen Erfahrungen und gaben mir 1 oder 2€  für mein Sparschwein. Andere bedankten sich für den Keks, wünschten mir viel Glück, spendeten nichts, aber nahmen noch einen Flyer mit – was auch vollkommen in Ordnung war. Und dann gab es da noch die 20170810_Friedensfestival_IS_Atomkraft_NeindankeKinder. Unzählige kleine, aufgeweckte Wesen, die meine Luftmatratze in regelmäßigen Abständen überfielen und mit „Atomkraft? Nein danke!“-Stickern zahlten oder mir versicherten, dass meine Kekse die Besten seien.


Am Ende des Tages waren Kekse und Flyer verteilt und mein kleines Sparschwein recht gut gefüllt! Insgesamt haben die Kostenlosen Knusprigen Klima-Kekse einen Spendenbetrag von 26,56€ eingebracht. 🙂

 

4 Gedanken zu “Friedensfestival Iserlohn

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