Ice Bucket Challenge – das etwas andere Duscherlebnis

Fettnäpfchen, Faux-Pas, Kulturschocks, spezielle Erlebnisse… ich versprach Euch Berichte, ihr bekommt Berichte. Nach den ersten zwei Wochen Dominikanische Republik kann ich bereits eine gute Handvoll besonderer Erfahrungen verzeichnen. Hier kommt Nummer eins.

Die Dusche ist kalt. Was das wirklich bedeutet, weiß man erst, wenn man drunter steht. Das erste Mal war ich in Villas Matata damit konfrontiert. Die Installation vor Ort ermöglichte jedoch eine verhältnismäßig sanfte erste Konfrontation mit dieser neuen Situation. Obwohl…


Das Wasser aus dem Duschkopf schlug einen ungewohnt großen Bogen, sodass man sich quasi unter die Dusche stellen konnte, ohne nass zu werden. Dumm nur, wenn man das vorher nicht weiß und nach Drehen des Duschknaufs hastig ans andere Ende der Duschzelle eilt – eben so weit  wie möglich vom Duschkopf entfernt, weil das logisch erscheint – nur um dann völlig unvorbereitet die volle Ladung kaltes Wasser  über Kopf und Oberkörper zu kriegen. Brrrr…

CAT BUCKET

Wenn ich daran zurück denke, schüttelt es mich noch immer. Das eigentlich schlimme war aber nicht mal das kalte Wasser, sondern vielmehr der Überraschungsmoment. Ich hätte nie gedacht, dass der Duschhahn so eine enorme Reichweite hat… Ehrlicherweise muss man dazu sagen, dass sich das Wasser nicht wirklich in strömenden Massen über mich ergossen hat, nein, es plätscherte vielmehr sanft auf mich herab. Der Wasserdruck auf den Duschleitungen scheint hierzulande generell stark gedrosselt zu sein… Und dennoch: Das war keineswegs ein kuschliges Erlebnis! Im Gegenteil. Es hatte durchaus prägenden Charakter und wird mir wohl immer als erster Kulturschock in Erinnerung bleiben.


Eine Woche später hab ich mich dran gewöhnt. Gerade bei dem heiß-feuchten Klima, das uns täglich ummantelt, kann ich mir kaum was Angenehmeres vorstellen als die kalte Feierabenddusche. Ich freue mich regelrecht darauf. Das einzige Detail, das bis dato noch zwischen mir und meinem Rundum-Glücklich-Duscherlebnis steht, ist der Wasserdruck. Zwar hab ich seit  etwa einem Jahr ‘ne Kurzhaarfrisur, aber meine shower-1027904_1920Haardichte ist deshalb nicht weniger geworden. Heißt, mein Haar ist nach wie vor dick. Ziemlich dick. Beinah borstig. Bei leichtem Regen ist es sogar häufig so, dass lediglich die obere Haarschicht betroffen ist, während alles, was darunter liegt, quasi luftdicht von jeglichen äußeren Einflüssen abgeschirmt wird und demnach trocken bleibt. So. Genau DARIN besteht das Problem. Genau daran scheitert mein erfolgreiches Duscherlebnis. Und zwar genau in dem Moment, in dem ich mir die Haare einshampoonieren will und feststelle, dass ¾ davon noch gar nicht nass sind… Hm. Wie krieg ich die jetzt nass? Ich schaue mich um. Die offensichtliche Lösung ist nur einen fußbreit entfernt: Das Klo.


Ha, just kidding. Ich meine natürlich den Eimer, der neben mir in der Duschkabine steht. Genau genommen stehen da zwei: Ein großer und ein kleiner. Da es ewig dauern würde, bis der große vollgelaufen ist, entschließe ich mich für den kleinen – den großen könnt ich wahrscheinlich auch gar nicht heben. Und dann ist er gekommen, ein weiterer neuer, befremdlicher Moment, den ich bisher nur von Ferienlagern kannte. Ein voller, kalter Eimer Wasser, den ich mir gleich – freiwillig- über den Kopf schütten werde. Wieder schüttelt es mich. Das Bedürfnis, mir gescheit die Haare einshampoonieren zu können, ist jedoch größer, als die Angst vorm Ungewohnten.


Wuuuuusschhhhhhhhhhhh.


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Dann Stille.


Wasser tropft von meinen Haarspitzen und meiner Nase. Ich zwinker mit den Augen. Ich höre nichts, außer meinen eigenen Atem. Mit den Händen fahre ich durch mein Haar. Kalt. Nass. Das war’s also. Meine erste freiwillige Ice-Bucket-Challenge. Ohne Eis, zugegeben, aber mit kaltem Wasser. Wo ich also anfangs dachte, eine sanft-kalte Dusche wäre mein erster, ach-so-großer Kulturschock gewesen, kann ich rückblickend sagen Nope, das war’s nicht. Als deutsche Warmduscherin plötzlich mit kaltem Wasser konfrontiert zu werden ist die eine Sache.

Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen WENIG kaltem Wasser, das in Form kleiner, portionierter Tröpfchen auf dich niederrieselt und VIEL kaltem Wasser, das nicht aus dem Hahn, nicht aus dem Duschkopf, sondern aus einem EIMER kommt. UND ZWAR AUF EINMAL.

Doch auch daran gewöhnt man sich. Ganz bestimmt.


Algún día, eines Tages.


P.S.: Die in diesen Beitrag eingebundenen Bilder sind – mit Ausnahme des Titelbildes – nicht von mir erstellt. Es handelt sich um freigegebene, kostenlos verfügbare Fotos der Seite Pixabay, die ich thematisch passend fand. 🙂

 

4 Gedanken zu “Ice Bucket Challenge – das etwas andere Duscherlebnis

  1. Sascha schreibt:

    Zurück zu den rudimentären Erlebnissen des Lebens. Wie sieht es inzwischen bei Euch mit Strom aus? Bei uns haben einige Kollegen seit gestern keinen Strom, in Florida soll es teilweise Wochen dauern, bis das Notwendige wieder läuft. Haben bei Euch die Häuser eigene Notstromaggregate , oder ist Strom weniger wichtig im ersten Anlauf als andere Dinge?

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  2. Weltentdecker schreibt:

    Hey Sascha 🙂
    Strom haben wir! Der war nur zwischendurch für ein paar Stunden mal weg. Glaube nicht, dass die Häuser hier Notstromaggregate haben… Hoffe, ihr übersteht allea gut und dass keine weiteren Bäume in Nähe deines Autos fallen!!

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