El año nuevo und andere Feste

An Silvester hatte ich mich dazu entschlossen, den Klischees eines Freiwilligendienstes in der Karibik  endlich mal wieder gerecht zu werden: Raus aus den Bergen und ran an den Strand! Und damit nicht genug. Da ich gezwungen war, mir bis zum 7.1. Urlaub zu nehmen, blieb mir quasi nichts anderes uebrig, als  nach meiner Silvesterreise noch weitere Reisen zu unternehmen. Achso, und zwischen Weihnachten und Silvester unterlag ich ebenfalls dem Gebot des Zwangsurlaubs. I know. Tough life.

Insgesamt war ich also vom 27.12.2017 bis vorgestern, dem 07.01.2018, auf Achse. Also fuer fast zwei Wochen. Zwischendurch hab ich dann aber doch mal wieder einen kleinen Zwischenstopp in Jarabacoa eingelegt. Das ganze Hin- und Hergereise sowie die ewige Frage nach meinem naechsten Reiseziel hat irgendwann nur noch genervt. Jap, richtig gehoert, ich (!) war genervt vom Reisen. Nach zwei kuscheligen Tagen Zuhause inkl. warmer Zimt-Hafermilch und jeder Menge Schlaf war meine Batterie dann aber wieder aufgeladen. Das naechste Erlebnis folgte nur kurze Zeit spaeter: Die Berghochzeit meiner Freundin Samantha. 

Bevor ich Euch einen kurzen Einblick in die einzelnen Stationen meiner Winterreise gebe, gibts an dieser Stelle erstmal eine Karte. Start- und Endpunkt meiner Ost-Nord-Tour ist Jarabacoa. Der Rest ist der Agenda auf der linken Seite zu entnehmen:

Captura


Erster Halt war also Las Terrenas. Las Terrenas liegt auf der Halbinsel Samaná im Osten der Dom. Allein schon die Anreise sorgt fuer jede Menge Aahh- und Ohhh-Momente. Grund dafuer ist die gruene, von Palmen gesaeumte Strecke, die sich zuerst auf und ab durch die Berge schlaengelt und danach direkt an einer Reihe unberuehrter, wilder Straende vorbeifuehrt.

Ziel der Reise war die Wohnung einer Mitfreiwilligen (jaha, nicht jeder Freiwillige wohnt in einer Gastfamilie), die fuer die Zeit, in der sie im Urlaub war, nach Babysittern gesucht hatte, damit ihre Wohnung nicht komplett leer steht. Las Terrenas ist deutlich touristischer als Jarabacoa – das heisst zum einen: mehr Touris (was einen erstmal abschrecken koennte), das heisst aber auch: ES GIBT STRAENDE! Und Meer. UND europaeische Restaurants. Und obendrauf noch die kostenlose Unterkunft. Nichts wie hin!

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Die drei Tage dort waren sehr entspannt und gepraegt von ausgedehnten Strandspaziergaengen und jeder Menge Schlemmereien. Nur wenige Meter von der Wohnung entfernt gab es eine franzoesische Baeckerei… Mit Schokocroissants, Eclaires, kleinen Tartes… Mehr muss glaube ich nicht gesagt werden. Ausser vielleicht, dass auf dem Dach von Marlas Wohnung Chinolas (Maracujas) wachsen. Die dienten als leckeres Fruehstueck und willkommene Vitamin C-Quelle zwischen den ganzen anderen Kalorien…


Danach ging es dann weiter nach Cabarete. Auch hier war ich vorher schon einmal gewesen. Cabarete liegt im Norden der Dom und wenn man von Las Terrenas aus anreist, setzt sich das Panorama aus palmengesaeumten Strassen und menschenleeren Straenden weiter fort (ueber Sánchez, Nagua und Cabrera). Diesmal ging es fuer 3 Tage in den Apartment-Komplex Royal Residences. Inkl. Pool und heisser Dusche. Kann man sich als Freiwilliger ohne Einkommen ja durchaus mal goennen. Oder? Kann man tatsaechlich! Zumindest, wenn man ueber Couchsurfing reist. 🙂 Der Name des Gastgebers war Jeffrey, ein pensionierter Immigration Officer, der das ganze Jahr ueber ein Gaestezimmer frei stehen hat – sowahr nicht gerade seine Familie zu Besuch kommt – und dieses kostenlos fuer Reisende aus aller Welt zur Verfuegung stellt. Yay!

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Der Strand war nicht weit und an Silvester waren fast alle 27 Ecoselva-Freiwilligen zum Feiern vereint. Um Mitternacht gab es ein kleines Feuerwerk, aber mein persoenliches Highlight waren mehrere kleine Himmelslaternen, die eine nach der anderen fliegen gelassen wurden. Schon bald war der dunkle Nachthimmel voll von ihnen. Irgendwann waren sie so weit oben, dass sie aussahen wie funkelnde Sterne… mit dem einzigen Unterschied, dass sie frueher oder spaeter wieder runter kommen wuerden, genau so wie auch die Raketen, und den etlichen Plastikflaschen und Styroporboxen im Meer Gesellschaft leisten wuerden… Bevor sie schliesslich auf den Meeresgrund absacken, von Tieren gefressen oder zurueck an die Straende gespuelt werden wuerden. Ein trauriges Panorama.

Zur Erinnerung: Ich mache hier ein freiwilliges, oekologisches Jahr. Natuerlich praegt mich das. Zum Glueck! Sonst wuerde ich die Dinge aus genau derselben Perspektive sehen, aus der ich sie bisher  schon immer gesehen habe.


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Neben vielen Strandaufenthalten und Silvesterfeierei haben wir in Cabarete noch einen kleinen Nationalpark besucht., den Parque Nacional El Choco. In diesem gab es eine alte, verlassene, von Moos und anderen Dschungelpflanzen ueberwucherte Bar zu entdecken und Tropfsteinhoehlen, in denen man schwimmen konnte. Teilweise musste man superschmale Gaenge hinab klettern, um die kleinen Grotten ueberhaupt erst zu erreichen. Unten war es absolut finster. Ab da wusste man dann auch die spaerlich leuchtende Taschenlampe, die der Tourguide zu Beginn jedem von uns in die Hand gedrueckt hatte, zu schaetzen…


IMG_01012018_223723Auf Cabarete folgte dann ziemlich spontan Puerto Plata. Die Idee, gerade dort Stopp zu machen, entstand quasi zu dem Zeitpunkt, als man feststellte, dass man den letzten Guagua nach Santiago soeben verpasst hatte (und somit auch erst recht nicht mehr nach Jarabacoa kommen wuerde). Puerto Plata also, der silberne Hafen. Was genau zu dem Namen inspiriert hat, ist unsicher – sicher ist jedoch, dass das Staedtchen seinen Namen Kolumbus zu verdanken hat, der 1493 hier angelegt hat.

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Die eine Version, weshalb Kolumbus auf den Namen Puerto Plata kam, bezieht sich auf einen im Nebel liegenden Berg. Dieser sah bei seiner Ankunft angeblich so aus, als wuerde er silbern schimmern und inspirierte Kolumbus auf diese Weise dazu, die darunter liegende Bucht als silbernen Hafen zu bezeichnen.

Die andere Version, die uns im Bernsteinmuseum erzaehlt wurde, fuehrt den Namen – Ueberraschung – auf Bernsteine zurueck. Auf meine Nachfrage hin, inwiefern das Sinn mache, da Bernsteine doch eher Orange sind, erhielt ich die spannende Erkenntnis, dass einige von ihnen im Sonnenlicht silber-blaeulich schimmern. Insbesondere die blauen Bernsteine, die in der Vitrine im Museum zunaechst mal aussahen wie jeder andere orange Bernstein auch. Das Geheimnis ist, dass sie erst unter Einstrahlung von UV-Licht blau schimmern. Und das auch nur, wenn sie in den vergangenen Jahrhunderten in Kontakt mit Vulkanen und deren vulkanischen Daempfen waren. Ganz schoen abgefahren. Und teuer.

IMG_02012018_132403Mein persoenliches Highligt war jedoch nicht etwa ein verstrahlter blauer Bernstein, sondern DER EINE BERNSTEIN mit dieser perfekt konservierten Muecke, dessen Blut in Jurassic Parc zum Klonen der Dinosaurier verwendet wird!!!!!! Wer es nicht weiss, ich war frueher eher ein Dino- als ein Puppenmaedchen. Und das ziemlich lange. Und oh mein Gott, diese Muecke ist tatsaechlich perfekt von Bernstein umschlossen UND sie ist tatsaechlich mehrere hundert Millionen Jahre alt!! Also nicht alles gefaelscht bei Jurassic Parc…. 😉

Ausserdem total sehenswert ist die Altstadt Puerto Platas. Die nebeneinandergereihten Haeuser mit bunten Holzfassaden, Balkonen und Saeulen erinnern stark an die Suedstaaten bzw. an ein paar kleine verschlafene Staedtchen im Herzen Gran Canarias. Direkt beim Parque Central gibt es eine sehr preiswerte und leckere oesterreichische Eisdiele, wo man 2 Kugeln unter 2 Euro bekommt. Bis dato wusste ich nicht, dass es ueberhaupt oesterreichische Eisdielen gibt, aber lasst euch gesagt sein: die koennen was!

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Nach all dem Rumgereise brauchte ich dann erstmal zwei Tage Pause in meinem vertrauten, hinter Bergen schlummernden Hafen Jarabacoa.


Danach ging es voller Vorfreude Richtung Santo Domingo, um dort meine Freundin Samantha zu treffen und mit ihr zusammen Richtung Miches (oestlich, unterhalb von Samaná, oberhalb von Punta Cana) weiterzureisen UM DORT BEI IHRER HOCHZEIT DABEI ZU SEIN!!! Samantha habe ich vor ca. 2 Monaten kennengelernt, als ich in Santo Domingo bei einem Social Meeting von Couchsurfern dabei war. Wir haben uns direkt irre gut verstanden und zusammen saemtliche Bars, Clubs und Empanada-Laeden unsicher gemacht. Wohl vor allem Letztere… Denn Empanadas sind gefüllte Teigtaschen = Essen = Glücksgefühle. Auch danach haben wir Kontakt gehalten und ich hab mich natuerlich gigantisch gefreut, als sie mich zu ihrer inoffiziellen Mini-Zeremonie in den Bergen eingeladen hat.

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Wir waren insgesamt 14 Leute, wenn ich mich recht erinnere. 14 Leute, 6 Zelte und dieser eine, wunderschoene Berg, genannt Montaña Redonda. Die Zeremonie war super klein und intim und bei den Geluebten meine ich sogar eine kleine Traene in meinem Augenwinkel ertappt zu haben. Generell ist die Stimmung von diesem Tag nur sehr schwer in Worte zu fassen. Die Aussicht, die Leute, die Atmosphaere, die Geborgenheit… und das alles inmitten einer Runde von Menschen, die ich teilsweise erst seit etwa 4 Monaten, teils seit 2 Monaten und teilweise erst seit jenem Abend kenne. Ein sehr bereicherndes, inspierendes Erlebnis, von dem ich noch lange erzaehlen werde (und von dem ich ausserdem Unmengen an Fotos besitze!) 🙂

Und selbst wenn es schwer zu glauben ist… Die anhaltenden Regengüsse bis kurz vor der Zeremonie haben alles nur noch besser gemacht. Die Luft unmittelbar nach den letzten gefallenen Regentropfen, das satte Grün der Wiesen und Wälder und die mystische Atmosphäre waren einfach unvergleichlich schön und intensiv.

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