Glauben

In meinen mittlerweile 10 Monaten DomRep hab ich nur einen einzigen Dominikaner kennengelernt, der nicht an Gott glaubt. Alle anderen sind der Ueberzeugung, dass sie Gott alles zu verdanken haben – vollkommen unabhaengig von ihrem Alter oder Bildungsgrad.

Das spiegelt sich natuerlich auch in der Sprache wieder. Wo ich anfangs noch kurz zusammenzuckte, weil ichs einfach nicht gewohnt war bzw. mir einfach meinen Teil dazu dachte, bin ich nun vollends dran gewoehnt. Die 3 beliebtesten Phrasen und Ausdruecke, die hierzulande verwendet werden, habe ich nachfolgend fuer Euch zusammengestellt. Vielleicht geht es Euch ja aehnlich wie mir und ihr findet es am Ende dieses Artikels auf irgend eine Weise… niedlich!


1. Gracias a Dios

Wenn es einen Ausdruck gibt, den man in diesem Land wirklich taeglich hoert, ist es neben coño! (Scheisse! Mist!) eindeutig Gracias a Dios! (Gott sei Dank!). Waehrend er im Deutschen fast ausschliesslich dann benutzt wird, wenn eine Situation eine positive Wendung nimmt oder etwas positiv endet, was aber genau so gut haette boese enden koennen, ist der Gebrauch in der Dominikanischen Republik, na sagen wir mal, ein bisschen exzessiver.

Hey, wie gehts?“ – „Gut, Gott sei Dank!“

(Fun Fact: ca. 10 Minuten nachdem ich diesen Absatz geschrieben habe, kommt mein Kollege rein und wir haben exakt DIESEN Dialog. 😀 Ich muss daraufhin lachen und blubber ihn direkt mal voll mit meinen Theorien zu Gracias a Dios in der Dom und Gott sei Dank in Deutschland. Er guckt interessiert bis hoeflich und gleichzeitig verwirrt. Als ich endlich zum Ende komme und er irritiert-laechelnd den Raum verlaesst, denkt er sich bestimmt auch, Gooooott sei Dank, ich dachte, die hoert nie auf!)

Hey, wie war dein Wochenende, alles gut?“ – „Danke, Gott sei Dank alles gut gewesen.“

Hey, hats am Wochenende in Santiago auch so viel geregnet? Hier in Jarabacoa wars echt krass!“ – „Echt? Nee, in Santiago war es sonnig und heiss – Gott sei Dank.“ //  …oder…alternativ dazu: „Jaa, in Santiago auch. Aber Gott sei Dank, denn die Felder brauchten echt mal wieder Wasser.“ (siehe hierzu auch meinen Artikel, den ich an meinem Geburtstag geschrieben habe, ueber die Dominikanische Positivitaet.)

Ich denke, ihr habt einen ersten Eindruck bekommen. Neben diesem Ausdruck, der meistens dann verwendet wird, wenn man ueber die Vergangenheit redet, gibt es noch einen weiteren, der nicht weniger haeufig verwendet wird, der sich aber auf die Zukunft bezieht, und zwar:


2. Si Dios quiere

Si Dios quiere

Si Dios quiere bedeutet soviel wie Wenn Gott will oder Sowahr Gott will. Ich persoenlich finde, dass es im Deutschen erheblich weniger verwendet wird als Gott sei Dank. In meinen Ohren klingt es ehrlich gesagt ein wenig altbacken… So wie ein Ausdruck, den  vermutlich meine Oma verwenden wuerde, wenn ich mal wieder auf Reisen gehe und sie mit ihrem dramatisch-schwarzen Humor versucht, mir ein schlechtes Gewissen zu machen.

Ok Omi, pass auf dich auf. Wir sehen uns dann in 6 Monaten.“ – „Jaja mein Kind. Wenn Gott will.“ //…oder, wenn sie nen schlechten Tag hat oder mich einfach nur aergern will: „Jaja mein Kind. Wolln ma hoffen, dass die Oma dann noch lebt, wonnich?“   (…)

Aber hier sollen ja nun die Gepflogenheiten der Dominikaner im Mittelpunkt stehen, nicht die meiner Oma. Bitte verzeih, werter Leser. Also, wann wird der Ausdruck hier im Lande verwendet? Wenn ich mich in ein paar Monaten von meiner dominikanischen Gastfamilie verabschieden und ihnen versichern werde, dass wir uns bestimmt bald wiedersehen, wuerden sie garantiert genau so antworten wie meine Oma. Aber auch bei weniger dramatischen Abschieden koennen sie einfach nicht anders…:

Machst du Feierabend, Enmanuel?“ – „Ja, ich geh jetzt.“ – „Okay, wir sehen uns Montag“ – „Ok, wenn Gott will.

Hey Edwin, alles gut bei dir?“ – „Sandraaa, ja, Gott sei Dank alles gut.“ – „Wie schoen, freut mich. Bist du spaeter im Gym?“ – „Ja, bin ich.“ – „Okay, dann bis spaeter.“ – „Ja, bis spaeter, sowahr Gott will.“

(Meine anfaenglichen Reflexe, ihn an den Schultern zu packen, einmal zu ruetteln, und zu sagen „Es geht nicht darum was GOTT will, Edwin!! Es geht darum was DU willst! (Oder was ich will.) Willst du spaeter ins Gym oder nicht?? Wenn du willst, dann kommst du, und wir sehen uns spaeter. Wenn du nicht willst, dann kommst du nicht. Aber ich wuerd mich schon freuen, wenn du kommst, weil Zumba mit dir immer lustiger ist. Also KOMM EINFACH!“ Ich glaub einmal ist es ausgebrochen. Da konnt ichs echt nicht mehr zurueckhalten. Vielleicht warns die zur Dramatik neigenden Gene meiner Omi oder einfach nur ein Tag mit leicht gereizter Grundstimmung, quién sabe. Wer weiss.)

Unterm Strich kann man Si Dios quiere bezueglich ALLER zukuenftigen Treffen verwenden – ob es nun unsicher oder eigentlich schon ziemlich sicher ist, dass sie zustande kommen.


3. (Nos) Vamos con Dios

Vamos con Dios

Heisst: Gehen wir mit Gott. / Lasst uns mit Gott gehen. Hier muss ich immer an meinen Motoconcho-Fahrer des Vertrauens denken. (Moto-was? Falls du nicht weisst, was das ist, klick hier.) Amarillo wird er genannt. Zu Deutsch: Gelb. Warum sollte man einem Menschen den Spitznamen Gelb geben? Haben meine Mitfreiwillige und ich uns auch gefragt. Es stellte sich raus: Aufgrund der Farbe seines Motorrads. Also das, was er frueher hatte, fuegt er hinzu, als wir etwas unglaeubig bis besorgt an seinem blauen Motorrad herunterblicken. Was? Er ist farbenblind und wir haben es die ganze Zeit nicht gemerkt?? Coño, mann! Aber gracias a Dios gibt es auf dem Nachhauseweg ja eh keine (roten) Ampeln, die er ueberfahren koennte…

Typischer Dialog mit Amarillo:

Heeey mein Freund, alles gut?“ – „Hallooo! Ja, Gott sei Dank alles gut.“ – „Gut, gut. Bringst du uns nach Hause?“ – „Aber sicher doch, si el señor lo quiere.“  (Anmerkung der Redaktion: Ja, das ist ein Si Dios quiere im Schafspelz, lasst euch nicht taeuschen!“) – „Okay, super, nimmst du meinen Rucksack?“ – „Klar, gib her… Seid ihr bereit?“ – „Ja, fertig!“ – „Okay, nos vamos con Dios!“


La virgen Maria / Die Jungfrau MariaManchmal uebertreibt er ein bisschen. Und nein, ich rede nicht von obigem Dialog. Denn der ist vollkommen normal. Stattdessen rede ich davon, wenn er neben meiner Mitfreiwilligen und mir noch Gott UND die Jungfrau mitnimmt…(=la virgen). Hier mal ein alternatives Ende zu obiger Konversation:

(…) „Seid ihr bereit?“ – „Ja, fertig!“ – „Okay, nos vamos con Dios! Y la virgen!

Weil ich das lustig fand, hab ich gedacht, gut, anscheinend funktionert das hier nach dem Prinzip Besser einer zu viel als zu wenig! Am darauffolgenden Abend, als unsere Konversation beinah identisch zum Vortag verlief, Amarillo den Motor startete und entschlossen und froehlich in den schwarzen Nachthimmel posaunte:

Nos vamos con Dios! Y la virgen!

fuegte ich enthusiastisch hinzu:

Und den Schafen!! (Y las ovejas!)


Waehrend ich mich das so froehlich sagen hoere, faellt mir auf, dass ich mir gar keine Gedanken darueber gemacht habe, wie das bei ihm ankommen koennte. Ist das in seinen Augen wohl schon Gotteslaesterung? Verdammt. Eeehh. Mist! Hoffentlich hab ich den jetzt nicht beleidigt, sonst muss ich in Zukunft zu Fuss nach Hause latschen. Ohne Gott. Ohne Jungfrau. Ohne Schafe.

All das geht mir binnen einer Sekunde durch den Kopf, denn laenger braucht es nicht, bis Amarillo in schallendes Gelaechter ausbricht und mir enthusiastisch zustimmt

Jaja, genau. Mit den Schafen auch! Hahaha. Und mit dem Rucksack!!“ 🙂


Vamos con las ovejas!

 

El doble sentido

Dieser Moment, wenn du munter mit deinem Gym-Buddy quatscht und denkst, es ginge um ein total unverfaengliches Thema. Bis er ploetzlich in das absolut uebertriebenste Gelaechter ausbricht und du – leicht irritiert – versuchst, zu rekapitulieren, was du kurz zuvor nochmal gesagt hast.

Und denkst: „Haeh? Check ich nicht. Es ging doch bloss um Ernaehrung… Oder?“ Und um Bananen, Sandra. Bananen wurden auch erwaehnt. Reife Bananen. Ich blicke wie ein Depp mit leerem Blick geradeaus gen Horizont und hoere irgendwo, in weiter Ferne, ganz ganz leise den Groschen fallen.


„Aaaaaah.. Bananen… Verstehe“ 😎 Der Moment, in dem mir bewusst wird, dass es nie wirklich ums Essen ging. Unmittelbar gefolgt von dem Moment, in dem ich mich daran erinnere, was er mich genau gefragt hat. „Te gustan los plátanos maduros?“ – „Magst du reife (Koch-)Bananen?“



Und schliesslich der Moment, in dem ich mich daran erinnere, was ich, voller Enthusiasmus, darauf geantwortet habe : „Ay sí claro, ¡a mí me encantan los plátanos maduros!“ – „Na sicher, ich steh voll auf reife Bananen!“


An dieser Stelle wuerde ich eigentlich gerne eine kleine Schweigeminute einlegen. Eine Schweigeminute fuer meine einst schnelle Auffassungsgabe, mein Gespuer fuer Zweideutigkeiten und fuer mein unschuldiges Rubia-Image. All gone now. Allerdings fehlt Euch zu der Story noch eine weitere wichtige Info, die die ganze Situation erst so richtig unangenehm macht. Und zwar, dass mein Gespraechspartner tatsaechlich reifer, eehh ich meine aelter als ich war. Meine offensichtliche Begeisterung fuer besagtes Obst hat er also direkt auf seine Banane, eehhh auf sich, meine ich, bezogen.


So wurde ich also einmal mehr Opfer des Dominikanischen „Doble Sentido“ – der Dominikanischen Zweideutigkeit. Es handelt sich hierbei um ein landesweites Phaenomen, das von Jung und Alt mit enormer Begeisterung praktiziert wird. Natuerlich ist Zweideutigkeit nichts, was die Dominikaner erfunden haben. In Deutschland begegnet sie uns auch an jeder Ecke, v.a. in der Werbung. Ich bin momentan selber noch im Prozess, genau zu ergruenden, warum ich hier an manchen Tagen so ein Nichtschecker bin. Vielleicht kommt die Zweideutigkeit hier unerwarteter? Vielleicht ist sie weniger offensichtlich bzw. sehe ich sie einfach nicht kommen? Oder es ist schlichtweg die Sprachbarriere, die mit reinspielt. Auch nach 8 Monaten ist es fuer mich alles andere als selbstverstaendlich, einen kompletten Satz zu verstehen.Grinsekatze Alice

Und hab ich dann doch mal einen kompletten Satz im dominicano Slang verstanden, wird neben der Ausschuettung von Endorphinen und dem Dirigieren einer „Dafuer belohnst du dich spaeter“-Memo an mich selbst, v.a. ein Vorgang voran getrieben: ANTWORTEN. Moeglichst zuegig ANTWORTEN. Passende Vokabeln zusammen schmeissen, richtig sortieren, konjugieren, betonen, aber v.a. schnellstmoeglich AUSSPRECHEN – eigentlich vollkommen egal ob grammatikalisch korrekt oder mit deutschem Akzent. Alles ist besser als wieder nur wie die hoeflich bis unheimlich wirkende und gelegentlich nickende Grinsekatze daneben zu stehen und alles mit „Muy bien“, „Está bien“  und „Claro que sí“ zu kommentieren! 😀


Ihr seht selbst, vor lauter Euphorie bleibt kaum Raum, irgendeinen meiner Hirnprozesse auf „Bitte vor Antwort auf Zweideutigkeit pruefen“ zu lenken. Dennoch sollte man es manchmal tun. VOR ALLEM, und das ist ein wirklich ein sehr guter Grund, weil ein Wort hier sehr viele Bedeutungen haben kann. Das Problem ist wirklich nicht, dass es Unmengen an Vokabeln in diesem Land gaebe, die man beherrschen muss, nein, das Problem ist viel mehr, dass man sich nie sicher sein kann, was dieses eine Wort, das man soeben verwendet hat, noch alles bedeuten kann.


pitbull

Ein Beispiel. Es gibt da dieses Lied von Pitbull, das wir schon auf dem Vorbereitungsseminar in Deutschland kennengelernt haben. In diesem Lied singt Pitbull ueber eine Frau und ein Taxi. Irgendwann kommt folgender Satz: „Me lo paró … el taxi.“ Das koennte zum einen heissen: „Sie hat es fuer mich angehalten … das Taxi“, weil parar algo = etw. stoppen, etw. anhalten. So weit so gut. Nun waere Pitbull aber nicht Pitbull, wenn er sich ueber diesen harmlosen Satz so schaemisch amuesieren wuerde (er lacht waehrend er diesen Teil singt). Was steckt also dahinter? Parar algo, kann im lateinamerikanischen Raum auch heissen: „sich erheben, sich hinstellen“. Ohne den Nachsatz „el taxi“ koennte der erste Teil des Satzes neben „Sie hat es fuer mich angehalten“ auch „Sie hat ihn mir hingestellt/aufgestellt“ bedeuten…  Und das mit nur einer Hand…also das Taxi angehalten natuerlich.


Wisst ihr Bescheid. Ausserdem OBACHT bei stupiden Alltagssituationen, wie z.B. beim Autofahren, wenn ihr als Mann mit einer Frau fahrt und der Frau sagen wollt, dass sie das Radio lauter stellen soll. SPRECHT IN GANZEN SAETZEN und macht deutlich, dass ihr das Radio. Versucht nicht, zu sagen, „Mach es lauter“. Denn das Wort fuer lauter machen ist „subir“. Und ratet mal, was subir noch heissen kann? Richtiiiiiiiiiiig. „Aufstellen“! Ein hoeflich grinsendes „Súbemelo“ koennte also fuer einen ziemlich creepy bis unangenehmen Moment sorgen. Oder einen Ueberraschungsmoment! 😀 Entweder fuer sie oder fuer euch. Haengt alles davon ab, wie sympathisch ihr der Dame seid, liebe Herren 😉


Zum Abschluss noch die dringende Empfehlung, euch das Video dieses Nationalhelden anzusehen. Meister des Doble Sentido, des Machismo und jeder Menge weiterer Schweinereien: El Alfa. Danach fuehlt ihr euch so richtig aufgeklaert.

el alfa

Ein Teil des Songtextes, der gar nicht mal so zweideutig ist: „Bailame en el tubo“ – „Tanz auf meinem Rohr.“ ****

Oh, und ab 1:57 es gibt „plátano maduro“!!! Reife Kochbananen fuer alle!!! 😀 😀 Disfrútalo! Geniesst es!


****Korrektur! 😀 Es kann auch heissen: „Tanz fuer mich an der Stange.“ Mit meiner ersten Interpretation hab ich vielleicht etwas ueberinterpretiert… Obwohl… ich bin mir sicher dass El Alfa genau das erreichen wollte! 😀

 

Zuerst Mueckenschutz oder Sonnencreme?

Oder auch: Mein Geburstag auf dem Campo. Als Geburstagsgeschenk gab es demnach nichts materielles, sondern einen Ausflug aufs Land. Oder vielmehr eine Safari. So hat es sich zumindest angefuehlt, als wir quer Feld ein, ueber Stoecke, Steine, brenzlig schmale Bruecken und durch diverse Fluesse gefahren sind.

Also was denn nun zuerst? Mueckenschutz oder Sonnencreme? Eine Frage, die ich mir definitiv haette stellen sollen, bevor wir losgefahren sind. Vielleicht hab ich das sogar, aber es ging mal wieder alles super schnell.


8:30h: „Morgen Sandra, alles Gute! Hast du gleich Zeit?“ – „Morgen! Danke. Klar! Wann genau?“ – „Ahorita“ (=Gleich/Spaeter/Sehr viel spaeter). Ok, dann stell ich erstmal die Geburstags-Brownies in die Kueche. Und suche nach ner geeigneten Box, damit ich mir selber noch was abzwacken kann fuer unterwegs.

Ca. 5 min spaeter… „Ok Sandra, vámonos!“ – „Ehhh… okay!”

Verdammt, wieso ist denn hier nirgends so ne bloede Box? Im selben Moment kommt mein Kollege erneut in die Kueche. Diesmal bemerkt er die Brownies, die auf drei kleine Boxen verteilt auf dem Tisch stehen. „Fuer uns?“ – „Ja klar, nimm dir was!“ Und er nimmt direkt mal ne ganze Box mit 3 Brownies mit. Einen. Ich haette sagen sollen, nimm dir einen. Die sind naemlich abgezaehlt!! Voluntaria pobre und so. Deswegen gabs auch keine Torte. Naja, der eine Kollge arbeitet ja nur in Teilzeit bzw. erscheint nur ca. 2x im Monat. Der wird seinen Brownie vermutlich gar nicht missen. Glueck fuer Enmanuel.

Unterwegs faellt mir ein, dass er von den drei Brownies, die er sich unter den Nagel gerissen hat, vielleicht zwei davon an meinen anderen Kollegen (Manuel) und mich abgeben moechte. Na endlich mal wer, der mitdenkt.

Das erste Stueck isst er noch waehrend der Fahrt. In den ersten 10min wuerde ich schaetzen. Er betont, wie lecker der Brownie schmeckt. Ich bedanke mich und freue mich, mit dem Baecker um die Ecke die richtige Wahl getroffen zu haben. Schmeckt wie selbstgemacht.

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Nach etwa einer Stunde, als wir 2/3 der Strecke geschafft haben, machen wir noch einen Stopp bei Enmanuels Oma in Constanza. Beim Aussteigen isst Enmauel das zweite Stueck Kuchen. Das dritte schenkt er seiner Omi. Immerhin. Diese Frau ist richtig goldig und geht mir in etwa bis zum Ellbogen. Ich staune, wie flink sie ist und frage nach, wie alt sie ist. „Ende 70, wird bald 78“ war glaube ich die Antwort. Sie umarmt mich herzlich, flitzt dann wieder ins Haus und holt Stuehle und Kaffee. Enmanuel hat schon vorher erzaehlt, dass sie hier den besten Kaffee haben. Das, was ich vom Kaffee schmecke, koennte tatsaechlich ein ganz gutes Aroma haben, aber wie so oft stellt sich eine Zutat ganz klar in den Vordergrund: Zucker. Spezialitaet der Dom: Zucker mit Kaffee.

Und schon geht es weiter. An einer Schule ist unser erster Halt. Wir haben ein Treffen mit dem Direktor und wollen zusammen ein Pluviometer installieren. Auf dem Schulhof regnet es derweil vereinzelte Pssssssts, neugierige Blicke und die Mutigsten trauen sich sogar, die Weisse (mich) auf Englisch anzusprechen. „Hey how are you?“, „Hey beautiful“, „Pssssst“.

Ich mime wieder mal die freundliche, aber gleichzeitig unnahbare Grinsekatze und folge meinen Kollegen ins Buero des Direktors.

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Das Pluviometer soll auf dem Schulhof, in einem moeglichst sicheren Bereich, an einem Holzpfosten angebracht werden. Es dient dem Auffangen von Regenwasser. Hier soll der Direktor zusammen oder abwechselnd mit anderen Lehrern taeglich ablesen, wie viel Niederschlag gefallen ist. Die Ergebnisse werden dann in eine Tabelle eingetragen und Ende jeden Monats uebertragen wir die Daten in unser System. Warum das Ganze? Zum Beispiel im Kontext von Erdrutschen ist es interessant zu wissen, wie viel Niederschlag monatlich faellt. Ist es uebermaessig viel, kann man gewisse Zonen meiden, um sich nicht in Gefahr zu begeben. Ebenso dient das Wissen darueber, wie viel Regen im Monat runter kommt, der besseren Planung von Reforestationsmassnahmen. Lohnt es sich, an diesem Ort und zu dieser Zeit einen jungen Baum zu pflanzen? Oder wuerde der eh bald wieder weg gespuelt? Selbes gilt fuer Gemuesesaat.

Ein weiterer Faktor ist natuerlich – wie immer – der Muell. Wann immer wir Wasserproben aus Fluessen entnehmen, die sich in der Naehe einer ungesicherten Muellhalde befinden, ist es sinnvoll zu wissen, ob und wie viel es in den letzten Wochen geregnet hat. Zum Beispiel um sich die folgenden Fragen leichter beantworten zu koennen: Wie aussagekraeftig sind die erhobenen Werte? Wurden kuerzlich toxische Stoffe und Plastik in den Fluss geschwemmt? Ist der pH-Wert deshalb so niedrig? Oder ist er immer so? Wie sind die Wasserwerte weiter unten/weiter oben am Fluss? Usw…

Der Schuldirektor hat auf jeden Fall eine lobenswerte „Hands on“-Mentalitaet. Auch wenn man es auf dem unteren Bild nicht sieht. Er nimmt meinen Kollegen die Schaufel ab und buddelt das Loch fuer den Holzpfahl groesstenteils selber aus. Den Rest uebernimmt dann das Team von Plan Yaque. Ich mache derweil Fotos aus allen moeglichen Winkeln. Im Anschluss laesst der Direktor alle 80 Schueler aus ihren Klassen holen. Zuerst sagt der Direktor selber ein paar Worte, dann mein Kollege Enmanuel. Es fuehlt sich eher an, wie eine kleine, spontane Unterrichtseinheit rund um die Themen Wasser, Wald und Boeden. Die Kids sind alle super interessiert und hoeren aufmerksam zu und ich frage mich zwangslaeufig, ob ich mich in ihrem Alter auch so verhalten haette.

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Die Installation war ein Erfolg. Die Safari geht weiter. Zeit fuer den zweiten Programmpunkt: Wasserproben nehmen. Ganze drei Mediciones (Messungen) wollen wir heute machen. Ich merke jetzt schon, wie mein Magen knurrt. Zuerst geht es nach Arroyo Frío. Einer meiner Kollgen stuerzt sich mit einem Massband in den Fluss, der zum Glueck nicht ganz so tief ist. Der andere Kollege liest die Werte ab, ich schreibe alles auf. Wir ermitteln, wie immer, die Breite des Flusses, die Durchflussgeschwindigkeit und Tiefe an drei verschiedenen Stellen, den Sauerstoffanteil, die elektrische Leitfaehigkeit, den Leitwert, den Ammoniumwert, den Truebheitsgrad, den pH-Wert und eigentlich auch den Nitrat-Wert, aber der Sensor scheint kaputt.

Wahrenddessen scheinen die Muecken zu ermitteln, wer von uns am Besten schmeckt. Im 10-Sekunden-Takt sind Klatschgeraeusche zu vernehmen – und die traurige Wahrheit ist, dass wir uns meistens selber klatschen, aber nicht die Muecken. Dieser Art von Muecken bin ich vorher noch nicht begegnet. Sie sind unglaublich klein und fies. Wie diese kleinen Essig- bzw. Obstfliegen, die man aus Deutschland kennt. Zuerst nehme ich sie gar nicht wirklich ernst.

Bis Enmanuel mehrmals hintereinander betont, dass die ihn bestimmt schon 10x gebissen haben und echt aggressiv sind. Das ist der Moment, wo ich anfange, nachzudenken: Mueckenschutz oder Sonnencreme? Was davon habe ich heute morgen verwendet? Und was davon zuerst?

Ich erinnere mich wage daran, dass ich kurz nach meiner Ankunft im Buero ein bisschen Repelente (Anti-Muecken-Spray) auf meine Arme und das freie Stueck Haut zwischen Schuh und Hose gesprueht habe. Um die Bueromuecke zu aergern. Ich hab sie schon mindestens sieben mal getoetet, aber sie scheint mehr als sieben Leben zu haben. Manchmal spruehe ich einfach willkuerlich unter den Schreibtisch, weil ich glaube, dass sie da wohnt. Manchmal fliegt sie dann tatsaechlich panisch auf und schwirrt wuetend um mich herum, waehrend ich mein bestes gebe, sie zur Strecke zu bringen.

Aber zureck zur Ausgangsfrage. Mueckenschutz? Check. Ist allerdings schon ein paar Stunden her. Sonnenschutz? Ich erinnere mich, dass ich vor der Abfahrt noch hektisch Hals und Dekollete eingecremt und den Rest an meinen Armen abgewischt habe. Allerdings nicht besonders gruendlich. Vielleicht ist das aber auch gerade gut, weil ich auf diese Weise nicht die Wirkung des Mueckensprays mindere?

Sea como sea. Wie auch immer. Die kleinen Biester scheint das alles herzlich wenig zu diskutieren und sie fangen lautlos an, ihre Beisser in mich zu schlagen. Als mein linker Ellebogen anfaengt zu jucken und ich die Messungen kurz unterbrechen muss, um mich und meinen Arm auf die komischten Weisen zu verbiegen, finde ich dann ploetzlich den Grund dafuer, sie Ernst zu nehmen. Anders als normale Muecken, hinterlassen diese hier ein deutliches Einstichloch, an dem ein kleiner Tropfen Blut klebt. Pero qué tipo de vampiro es eso??

Meine Kollegen wissen auch nicht genau, womit wir es zu tun haben. Und ich weiss nicht, ob es einen Unterschied gemacht haette, wenn ich zuerst die Sonnencreme und dann das Mueckenspray aufgetragen haette. Und davon nicht zu wenig! Letztendlich wissen wir nur ein: Show must go on. Keiner verlaesst seine Position, bevor wir die restlichen Werte erhoben haben. Ausser Manuel natuerlich, der mal wieder die Breite des Flusses misst, aber diesmal an einem anderen Flussarm. Manuel duerfte mittlerweile ziemlich Hunger haben, denke ich. Denn der einzige, der Kuchen hatte, war ja unser feiner Herr Kollege. Weil heute mein Geburstag ist, und ich mir demnach ja alles erlauben kann, druecke ich Enmanuel wann immer es geht ein paar Sprueche. Ich fuehre das jetzt einfach mal auf meinen niedrigen Blutzuckerspiegel und meinen starken Blutverlust zurueck. Oh, und auf die Hitze natuerlich. Um die 32 Grad duerften es sein, aber das ist gerade mein kleinstes Problem.

Wenn es eins gibt, was ich an den Dominikanern und ihrer Kultur bewundere, dann ist es definitiv ihr immerwaehrender Optimismus und ihr froehliches Gemuet – egal in welcher Lage.

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Das war schon damals, vor ein paar Monaten so, als ich mit einer Freundin und einer Gruppe Dominikaner bei stroemendem Regen einen Berg hoch gewandert bin. Und wieder runter. In Deutschland kaum vorstellbar. Die Wanderung waere vermutlich verlegt worden, sobald absehbar gewesen waere, dass es regnen wird. Oder man haette so lange im ersten Camp verharrt, bis der Regen aufgehoert haette, um dann wieder umzukehren. Und ganz sicherlich haette man sich beschwert. Beginnend mit dem ersten herab fallenden Regentropfen und anhalten bis zum letzten. Mimimi warum haben wir bloss so ein Pech? Ich hab keine Regenjacke dabei. Meine Schuhe sind nicht wasserfest. Mir ist kalt. Meine Schminke verlaeuft…

Nichts dergleichen kam von meiner dominikansichen Wandertruppe. Kurze, durch die Menge gehende Aufschreie als der erste Regentropfen faellt. Unmittelbar gefolgt von der Feststellung „Hoy nos vamos a mojar!“ – Heute werden wir nass! Jacke zu, Kapuze auf, weiter gehts. Natuerlich gibt es hier und da immer wieder ein paar Grimassen, z.B. wenn man sich mit den Haenden im Matsch abstuetzen und auf allen Vieren den Berg hoch muss. Oder wenn man realisiert, dass die anfangs kleinen Pfuetzen, die man umgehen konnte, sich zu einem kleinen Fluss formiert haben – und der einzige Weg nach oben fuehrt mitten durch. Und dennoch war dieses gesamte Erlebnis gepraegt von unbeugsamer Froehlichkeit, einem elektrisierenden Teamgeist und der Zuversicht, dass uns das bisschen Wasser nicht umbringen wird.

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So war es auch in Arroyo Frío. Ich hab meinen Kollegen Manuel nicht einmal meckern hoeren, als er barfuss in den Fluss rein ist, weil er seine Gummistiefel vergessen hatte. Er ist zwar ein paar mal fast umgefallen, weil da irgendwas am Grund gewesen sein muss, dass er durch das truebe Wasser nicht gesehen hat, aber das einzige, was er von sich gegeben hat, war: „Soll ich noch ein Stueck weiter?“

Er hatte sich ausserdem die Hose bis zum Knie hochgekrempelt. Letztendlich war der Fluss aber an Stellen doch tiefer als gedacht, sodass er am Ende mit beinah komplett nasser Hose wieder raus gewatet kam. Ein Handtuch, um die Fuesse abzutrocknen? Nope. Eine Hose zum wechseln? Ebensowenig. Stattdessen ein sehr wahrscheinlich exponentiell (an-) steigender Hunger, pralle Sonne, kein Schatten und eine furchtbar laestige, vampirartige Mueckenbande. Ganz schoen viele Faktoren, die uns – aber vor allem Manuel – den Tag haetten vermiesen koennen.

Aber dem war nicht so.

Stattdessen verliert er nie sein bescheidenes, freundliches Laecheln, behaelt zu jeder Zeit die Ruhe bzw. er IST die Ruhe und unterstuetzt mich ab und an dabei, gegen unseren Kuchendieb von Kollegen zu feuern. Das bereitet mir mitunter die groesste Freude und bietet gleichzeitig die beste Ablenkung von… nennen wir es „klimatisch bedingten Unannehmlichkeiten“.

Am Ende der Exkursion entdecke ich noch ein paar Cracker in meinem Rucksack. Ein Paeckchen fuer Manuel, eins fuer Enmanuel. Mit leuchtenden Augen bedanken sie sich und murmeln sowas in der Richtung „Aber Sandra, du denkst ja an alles. Wir sollten dich jedes Mal mitnehmen!“ 😊

Nach getaner Arbeit in Arroyo Frío treten wir den etwa eineinhalb-stuendigen Heimweg an. Erschoepft, aber zufrieden. Unser Tagesziel haben wir erreicht: 2 Pluviometer installiert und 3 Wasserproben aus 3 verschiedenen Flussarmen des Río Yaque del Norte entommen – und obendrein noch die gute Laune nicht verloren.

Mir wurde sogar noch ganz spontan eine rote, frisch-geschnittene Rose geschenkt. Von keinem geringeren als meinem eigentlich immer uebertrieben cool auftretenden Kollegen Enmanuel. Das kam nun wirklich unerwartet. „Zwei fuer meine Frau und eine fuer dich“ sagt er und grinst. Wo mein altes, noch-spuerbar-von-Hitze-Mueckenstichen-und-Hunger-gezeichnetes, deutsches Ich fuer den Bruchteil einer Sekunde dachte „Ein Stueck Brownie waere mir lieber gewesen“, reagiert mein neues, deutsch-dominikanisches Ich mit einem schon beinah ueberschwenglichen „Ohhhhh!! Muchísimas gracias!“

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Und was lernen wir daraus? Mueckenschutz oder Sonnencreme? Was zuerst? Sorry Leute, aber das ist eigentlich vollkommen irrelevant. Am Ende des Tages hatte ich Sonnenbrand im Nacken (da hatte ich aber auch keine Creme benutzt), Sonnenbrand auf den Unterarmen (da hatte ich eigentlich schon Creme benutzt) und zwei zerstochene Unterarme, die ich eigentlich vorher eingesprueht hatte.

Das einzig Lehrreiche, dass ich Euch von diesem Tag mitgeben kann, ist, dass man sich immer ueber die Dinge freuen sollte, die gut laufen. Auch wenn das jetzt klingt wie copy-paste aus dem neuen Selbsthilfebuch „Wegweiser fuer ein erfuelltes Leben!“, werd ichs gern nochmal wiederholen: Stoert euch nicht an Kleinigkeiten. Es kommt eh immer anders, als man denkt. Daher: Freut euch gefaelligst! Es gibt garantiert tausende Gruende. In meinem Fall waeren das:

  1. Dass wir die Tour durch Flussbette, ueber ungeteerte, rutschige, loechrige Strassen und schmale, broeckelige Bruecken heil ueberstanden haben.
  2. Dass unser Benzin nicht ausgegangen ist.
  3. Dass keiner ausgerutscht oder ertrunken ist,
  4. Dass ich diese wunderschoenen, einzigarten, Seiten der dominikanischen Republik sehen durfte und damit…
  5. …Orte gesehen habe, die viele Urlauber und Touristen vermutlich niemals sehen werden.

Spaeter am Abend war ich ausserdem sehr dankbar fuer

6. eine gemuetliche Runde unter Freunden im Saftladen inkl. dem lang ersehnten Geburtstagskuchen (es war ein Moehrenkuchen!!)

Noch spaeter am Abend, als sich mein Geburstag gen Ende neigte und ich muede mein Schlafshirt anzog,  fand ich einen weiteren, letzten Grund zur Freude an diesem Tag:

7. Offensichtlich sind die  laestigen Miniatur-Vampire nicht dazu in der Lage, durch Jeanshosen zu stechen. 😊

Audimax

Besser spaet als nie: Im Maerz 2018 ist ein weiterer Artikel ueber meinen Freiwilligendienst in der Dom erschienen – und zwar der erste in einer Zeitschrift.  Es handelt sich um die Studentenzeitschrift Audimax.

Die Audimax gibt es bundesweit an allen FHs und Universitaeten mit mehr als 2.500 Studenten. Das macht sie zur weit verbreitetsten Studentenzeitschrift Deutschlands (vor Unicum und UniSpiegel) mit einer Auflage von 400.323 im Jahr 2017 (Quelle: Fact Sheet Audimax 2017)


Noch vor meiner Abreise im August 2017 hatte ich entdeckt, dass es in der Audimax die Rubrik „International“ mit der Serie „Das Leben anderswo“ gibt. Bei einem Telefonat mit der Redaktion erfuhr ich, dass die DomRep als Land noch nicht vorgestellt wurde. Mein Artikel sollte bis Februar 2018 fertig sein und im Maerz wuerde er dann veroeffentlicht. Ich tippte also ein paar Zeilen zusammen und Audimax uebernahm den Feinschliff. Dabei rumgekommen ist ein echt anschaulicher, frischer Artikel 🙂

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Nachlesen koennt ihr ausserdem auf der Audimax-Homepage in der Maerz-Ausgabe oder aber direkt in der Print-Version, die bestimmt noch irgendwo an Eurer Uni ausliegt. 🙂

P.S.: Da ich schon mehrfach darauf angesprochen wurde, moechte ich noch schnell darauf hinweisen, dass die Ueberschrift nicht aus meiner Feder stammt und sich sehr wahrscheinlich auf die Dominikanische Republik bezieht. Kommt am Besten einfach mal rum und macht Euch selbst ein Bild! Erster Stopp: Jarabacoa. 😉

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5 al día – Día #37

Etwa 10 Tage ist mein letzter Blogeintrag her. 36 Tage lang gab es jeden Tag fuenf neue Vokabeln, dann ploetzlich nichts mehr. Was ist in dieser Zeit passiert? Am Montag, den 19. Februar startete unser 5-taegiges Zwischenseminar. Das war mit mehreren Ortswechseln verbunden. Es startete in Villas Matata, wo wir vor einem halben Jahr auch die ersten Tage verbracht hatten. Dann ging es weiter nach Santiago und schliesslich nach Villa González zur „Eco Expo“, einer Art Umweltmesse.

Meine vordergruendige Ausrede fuer meine Abstinenz ist also das volle Programm des Zwischenseminars. Dazu kommt, dass dann ab Mitte des Programms meine Internet-Flat ausgelaufen ist und ich nicht dazu gekommen, mir neues Guthaben zu holen. Lo siento mucho! 

Dieser Beitrag hiess urspruenglich „Día X“ – „Tag X“. Ich habe mich dann aber doch dazu entschlossen, ihn in „Día #37“ umzubenennen, da ich genau dort weitermachen will, wo ich aufgehoert habe. Im Anschluss findet ihr also – endlich wieder – 5 neue Vokabeln zum Abspeichern. 🙂

  1. baladí = de poco importancia – unwichtig, unbedeutend
  2. el limoncillo – das Zitronengras
  3. la mata – der Strauch
  4. la cera de abeja – das Bienenwachs
  5. la carpeta – die (Sammel-)Mappe

 

5 al día – Día #36

Gähn. Was für ein fauler Samstag. So ein typischer Tag, an dem man sich fragt, warum man eigentlich so müde ist. Obwohl man fast bis mittags geschlafen hat.. Gut, am Abend davor war man noch relativ lange draußen. Das könnte ein Grund gewesen sein. 😀 Wir waren mal wieder bei dem Couchsurfer in Santiago zu Gast, den ich mittlerweile definitiv als mi pana* bezeichnen würde. 😉😎 Gemeinsam haben wir dann noch zwei Mädels aus Russland die Stadt gezeigt, die auch als Couchsurfer zu Gast waren.

  1. Nunca digas, de esta agua no beberé – Sag niemals nie
  2. *mi pana – (umgangssprachlich, Slang) Mein Bro/ Bruder, sehr guter Kumpel (funktioniert auch bei Mädels bzw. sehr guten Freundinnen)
  3. Si Dios conmigo, quién contra mi? – (frei übersetzt) Wenn Gott mit mir ist, wer soll dann schon gegen mich sein?
  4. el gitano/ la gitana – der Zigeuner/ die Zigeunerin
  5. latir (el corazón) – schlagen (das Herz)

5 al día – Día #35

Heute habe ich nicht wirklich viel hingehoert. Weder im Buero, noch zuhause beim Fruehstueck. Ich war ein bisschen mit meiner eigenen Welt beschaeftigt und muss meine Inspiration deshalb nun wieder aus einer Folge Esposas Desesperadas ziehen.

  1. dormir como un lirón – schlafen wie ein Murmeltier
  2. la media – die Socke
  3. inofensivo – harmlos
  4. la niñera – das Kindermaedchen
  5. Puedo pasar? – Kann ich reinkommen?

5 al día – Día #34

Heute mal wieder jede Menge Mitgelauschtes. Mitgelauschtes meiner Gastmum am Telefon, Mitgelauschtes meiner Arbeitskollegin im Buero nebenan und Mitgelauschtes von den Esposas Desesperadas –  ¿El qué? Desperate Housewives. Auf Spanisch. 🙂

  1. Lo peligroso del caso es… – etwaDas Gefaehrliche an der Sache ist… 
  2. ¿Cómo así? – umgangssprachlich (meine Gastmum hat das am Telefon zu ihrer Schwester gesagt) Wie das?
  3. Sólo para que sepas – Nur damit du es weisst / Nur zu deiner Info
  4. Ojalá pudiera. – Ich wuenschte, ich koennte.
  5. de memoria (p.ej. ¿Sabes tu número de celular de memoria?) – auswendig (z.B. Kennst du deine Handynummer auswendig?)

5 al día – Día #33

Die Kunst des Tretens. Auch dieser Beitrag geht in gewisser Weise noch auf das Karnevals-Wochenende in La Vega zurueck. Als die Parade vorueber war, versammelten sich alle vor der großen Buehne im Parque de las Flores. Dort war es zwischendurch ziemlich unruhig, sodass man sich nicht selten gegenseitig auf die Fueße getreten ist. „Que mal haberla pisado“ – meinte ein dominikanischer Freund zu mir, der soeben einer Freundin auf den Fuß getreten war. Es folgte ein tiefgreifender Dialog darueber, was denn nun genau pisado* hieße und warum es nicht mit dem Englischen „to kick„** uebersetzt werden kann.

  1. *pisar a alguien – jmd. (auf den Fuß) treten
  2. un poste de luz – Straßenlaterne
  3. aplastar algo (p.ej. una cucaracha) – etw. zertreten, zerquetschen, zermatschen (z.B. eine Kakerlake)
  4. **patear una pelota – einen Ball treten
  5. No hay prisa. –  Es gibt keinen Druck. / Kein Stress.

 

[Fotocredits go to Vanessa Schroeder]

 

5 al día – Día #32

Erster Nach-Karneval-Blogeintrag. Keine Teufel mehr auf den Straßen, kein Bier mehr vor vier und keine Gefahr mehr, ausgepeitscht zu werden. Ein bisschen Paranoia bleibt jedoch… Zurueck in Jarabacoa wurde dann erstmal einiges an Schlaf nachgeholt. Nur um beim Aufwachen festzustellen, dass es immernoch regnet. Oder schon wieder? Nach Karibik fuehlt es sich momentan tatsaechlich nicht an, aber Anfang Maerz soll die Sonne wiederkommen. 🙂

  1. Die Regenzeit – la época de lluvias / la temporada de lluvias
  2. sich ausruhen – descansar / reposar
  3. etw. schwingen (z.B. Peitsche) – revolotear algo
  4. Du siehst gut aus. – Te ves bien. 
  5. Der Knoechel – el tubillo / el maléolo

 

[Fotocredits go to Vanessa Schroeder]