My way

Hi, ich bin Sandra. Sandra Bolesch, Dominikanische Republik, Auf und nach Dom

Auf ein Bachelor-Studium in Angewandten Sprachwissenschaften (Und was macht man dann damit?!*), ein Auslandssemester in Frankreich und ein Auslandspraktikum in den USA folgte im März 2017 ein abgeschlossenes Master-Studium in Wirtschaftswissenschaften.

…Genau *das macht man nämlich mit einem Bachelor of Arts in Angewandten Sprachwissenschaften: Nen Master of Science in Wirtschaftswissenschaften. Das haben viele nicht kommen sehen – ich selber am Wenigsten. Meiner Erfahrung nach sind die unerwarteten, beinah unlogisch erscheinenden Entscheidungen in meinem Leben jedoch immer die Besten gewesen. Bauchentscheidungen eben.


Mit Bachelor und Master in der Tasche bin ich nun also bereit. Bereit für die große Karriere, bereit fürs Arbeitsleben und das ganz große Geld. Bereit für das Leben außerhalb meines 400-Seelen-Dorfes. Letzteres bin ich.


Und was ist mit Karriere? Denkst du nicht, du hast jetzt lang genug „nicht gearbeitet“?


Der Lebensabschnitt, auf den manche meiner Mitmenschen mittels dieser charmanten Formulierung Bezug nehmen, nennt sich übrigens Studium. Meine Bemühungen, zu erörtern, dass ein Studium nicht unbedingt synonym zu „nicht gearbeitet“ ist, verliefen eher semi-erfolgreich.

Um verständlicher zu machen, head-2713346_640wie ich die Lage sehe, greife ich auf meine Karriereleiter-Metapher von der Startseite zurück. Angenommen, ich machte es also wie (nahezu) jeder andere und setzte auf Traditionen, gut gemeinte Ratschläge und Altbewährtes. Angenommen, ich begäbe mich zum Fuße dieser Leiter – bereit sie zu erklimmen und überzeugt, dies sei der einzige Weg, mein Weg.

Rechts von mir, links von mir und über mir befinden sich unzählige weitere Menschen, die exakt derselben Überzeugung sind. Hm. Mich beschleicht ein mulmiges Gefühl und ich frage mich: Woher weiß ich eigentlich, dass die Sprosse hält, auf der ich stehe? Im Prinzip bin ich für die Leiter doch wie jeder andere, der vor mir diesen Weg gegangen ist: Eine Last. Bloß eine weitere. Eine weitere, die ihr Glück (ver)sucht. Aber mal angenommen, ich schaffe es tatsächlich bis zum Ende der Leiter, bis ganz nach oben; wer garantiert mir dann, dass ich mein persönliches Glück dort auch finde? Und nicht nur die Aussicht darauf?


Mehr noch: Was, wenn mich die Aussicht erkennen lässt, dass es am Fuße der Leiter ein Geflecht aus unzähligen weiteren Wegen gegeben hätte…? Weniger erschlossen, aber auch weniger überlaufen. Jeder von ihnen einzigartig. Wege, die mir im ersten Moment abwegig erschienen, doch mich jetzt, bei näherer Betrachtung, eindeutig erkennen lassen, dass mich jede einzelne ihrer Windungen meinem Glück ein Stück näher gebracht hätte. Viel näher, als ich momentan bin…

Ziemlich bescheidene Vorstellung. Und genau aus diesem Grund biege ich ab.


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Versteht mich nicht falsch, ich hab nichts gegen Geld: Frühe finanzielle Unabhängigkeit ist toll, sie öffnet dir sämtliche Türen, erfüllt deine Träume, stärkt dir den Rücken, garantiert deine Sicherheit und lässt dich relativ sorgenfrei leben. Wer Kohle hat, hat’s gut. Relativ gut.


Was soll das nun heißen? Warum nicht „ziemlich“ oder „ausgesprochen“ gut?


Nun ja. Natürlich ist Reichtum eine schöne Sache. Praktisch und komfortabel. Will ich gar nicht abstreiten. Reichtum ist jedoch nicht gleich Reichtum. Ich wage sogar zu behaupten, dass du dir von Reichtum allein nichts kaufen kannst. Ganz richtig: Nichts. Nichts von Bedeutung. Cero. Nada.

Finanzieller Reichtum ist meiner Meinung nach lediglich „nice to have“, das war’s aber auch schon.

Was mich persönlich viel mehr interessiert, viel mehr antreibt und motiviert, ist geistiger Reichtum. Reichtum an Erfahrungen und schönen Erinnerungen. Eine Art von Reichtum, die mich im Leben weiterbringt. Wissen. Etwas grob nachvollziehen zu können reicht mir nicht mehr, ist mir zu oberflächlich. Vielmehr suche ich Tiefgang und will verstehen: Andere Sichtweisen, andere Werte, andere Kulturen.


  • Wovon träumt ein  Dominikaner?
  • Welchen Stellenwert hat Zeit?
  • Welchen hat Geld?

Was haben die Leute für Ziele? Ist es tatsächlich die schnelle, obligatorische Karriere? Oder Glück? Wie definieren sie diese Begriffe überhaupt und was halten sie für erstrebenswert? Für welche Wege entscheiden sie sich und warum? Und letztendlich: Gibt es dort eine Metapher, die der Karriereleiter gleich kommt, oder ist das eine typisch deutsche Vorstellung, die Karriere als weit entferntes Ziel anzusetzen, das per Leiter erklommen werden muss…?


flag-1040583_640 …und warum reise ich eigentlich immer in Länder mit weiß-rot-blauer Flagge…?  flag-1040583_640


All das lässt sich am Besten vor Ort beantworten. Erst recht, wenn man Spanisch kann! Zum Glück kann ich da auf ein paar Rest-Kenntnisse zurückgreifen und freue mich wahnsinnig darauf, diese auf ein neues Level zu bringen.

In diesem Sinne: Auf ins Abenteuer,

IMG_14092017_165803¡Nos vemos, muchachos!

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